Niccolò Paganini - Sergej Vassilenko, Violine - Ulrich Rasche, Gitarre
Niccolo Paganini
Die Musik
Sergej Vassilenko
Ulrich Rasche
Programm
Paganini in Ansbach
Pressestimmen
Pressematerial
 
Niccolò Paganini, Genua, Geige, italienischer Violinist und Komponist,
					   Kirchenkonzerte, Ulrich Rasche, Gitarre, Sergej Vassilenko, Violine, G. Ghiretti, Komposition, Autodidakt, Konzert,
					    Virtuose, Violine, Guarneri-del-Gesü-Geige, Lieblingsinstrument, Soloviolinist, Kapellmeister, Napoleon, 
						Kammervirtuose, Künstler, konzertieren, Italien, Ekstase, Mailand, Wien, Deutschland, Paris, London, 
						Niccolò Paganini, England, Schottland, Irland, Villa Gaiona bei Parma, Marseille, Nizza, Antonia Bianchi, 
						Achille Paganini, auf G-Saite allein musizieren, Liebesabenteuer, Virtuosenstück, Violinist, Virtuose, 
						geniale Auffassungsgabe, Klangzauber, stupende Technik im Doppelgriff-, Staccato- und Flageolettspiel, 
						Pizzicato mit der linken Hand, Niccolò Paganini, Saiten, Scordatura, virtuoser Gitarrist, Kompositionen, 
						Capricci per violino, Klavierübertragungen von Schumann und Liszt, Sonate per violino e chitarra, 
						Niccolò Paganini, Gran quartetti a violino, viola, chitarra e violoncello, Variationen Nel cor più 
						non mi sento und Duo Merveille für Violine solo, Paganinis Kunst, die Violine zu spielen, Konzert Nr 1 Es dur, 
						Halbton, Konzert Nr II La campanella H moll, Variationen über »God Save the King«, 
						Konzert-Allegro Moto perpetuo op. 11, Niccolò Paganini, Variationen über »Non piü mesta« 
						op. 12 (aus Rossinis »Cenerentola«), I palpiti op. 13 (Variationen über »Di tanti palpiti« 
						aus Rossinis »Tancredi«), V ariationen Il Carnevale di Venezia, Variationen durch alle Tonarten über das genuesische 
						Volkslied »Barucabà«, Violinkonzerte, Niccolò Paganini, Kammermusik, Quartette für Violine, 
						Viola, Gitarre und Violoncello, Orchester-Divertimento »Paganiniana«, moderne Gitarrstik, Niccolò Paganini, 
						der berühmte Virtuose, Kunst, Gitarrenwerke, Sonaten für Violine und Gitarre, Geiger, Gitarre mit Streichinstrumenten, 
						die Violine und ihre Meister, exzentrisch, Cantabile, Adagio flebile con sentimento, Sonata concertata, Duetto Amoroso, INTRODUZIONE, 
						TEMA con VARIAZIONI, "La Molinara" di G. Paisiello, SOLO VIOLINO, Centone di Sonate Nr.1 Sergej Vassilenko, Violine,
						 internationaler Lysenko – Wettbewerb, gesamtsowjetischer Wettbewerb, Moskauer Hochschule, Niccolò Paganini, 
						 Solist und Konzertmeister, Saulus Sandezkis, Matthias Eisenberg, Sonja Prunnbauer, Ulrich Rasche, Gitarre, Prof. Sonja Prunnbauer, 
						 Solokonzerte, Kammermusik, Orchesterkonzerte, Niccolò Paganini, Liedbegleitung, Koproduktionen eigener Musik, Bayerischer Rundfunk, 
						 Internationalen Gitarrenkonzerte Ansbach

ZUR VERÖFFENTLICHUNG
DER GITARRISTISCHEN KOMPOSITIONEN
NICCOLO PAGANINIS
(Quelle: Niccoló Paganini, Kompositionen für Gitarre und Streichinstrumente, erstmals herausgegeben von Erwin Schwarz-Reiflingen, Verlag Zimmermann-Frankfurt Bestell-Nr. ZM 11190 mit freundlicher Genehmigung des Verlages)

   Es mag sonderbar erscheinen, daß die moderne Gitarrstik an einem ihrer interessantesten Vertreter bisher vorübergegangen ist, ohne von ihm sonderlich Notiz zu nehmen. Wir besitzen von Niccolò Paganini, dem berühmten Virtuosen, der vor hundert Jahren halb Europa durch die Macht seiner Kunst in einen Taumel der Begeisterung versetzte, von seinen Gitarrenkompositionen nur gelegentliche Proben in Sammelbänden1).
   Erklärlich wird diese in einer Zeit emsiger Nachdrucke alter Gitarrenwerke doppelt befremdliche Erscheinung durch die Tatsache, daß zu Lebzeiten P.s nur vier Werke erschienen (op. 2 und 3, je sechs Sonaten für Violine und Gitarre, op. 4 und 5, je drei Quartette für Violine, Viola, Gitarre und Violoncello, Mailand, 1821, Ricordi2), während die übrigen sehr zahlreichen Kompositionen für Gitarre allein, bzw. in Verbindung mit Bogeninstrumenten sich handschriftlich bei dem Nachlaß P.s befanden.>
Niccolo Paganini, Violine    Es ist bekannt, daß P. sich aus eigensüchtigen Motiven — er wollte, daß niemand ihm seine Werke nachspielte — weigerte, außer seinem op. 1—5 Weiteres erscheinen zu lassen und später, in diesem Entschluß durch das Zureden seiner Freunde wankelmütig geworden, das glänzende Angebot des Verlegers Troupenas3) ausschlug, da dieser auf seine phantastisch hohen Bedingungen nicht eingehen konnte. Auch P.s Sohn und Enkel widersetzten sich der Veröffentlichung einzelner Stücke, bis schließlich der gesamte Nachlaß im Jahre 1910 in Florenz zur öffentlichen Versteigerung kam4) und von dem dortigen Antiquar Leo S. Olschki erworben wurde, der ihn wieder im Jahre 1911 an die Autographensammlung des Musikhistorischen Museums von W. Heyer in Köln verkaufte. Das Museum wurde nach dem Tode seines Inhabers aufgelöst Ein Teil des gitarristischen Nachlasses Paganinis wird durch den Verlag Wilhelm Zimmermann, Frankfurt a. M. veröffentlicht.
   P. ist der breiten Öffentlichkeit nur als Geiger bekannt. Seine Biographen erwähnen wohl die Tatsache, daß er sich mit der Gitarre beschäftigt hat, gehen aber dieser rätselhaften Doppelbegabung des großen Virtuosen nirgends nach. Es muß doch mehr als auffällig erscheinen, daß bei den fünf zu Lebzeiten P.s erschienenen Werken vier mit Verwendung der Gitarre geschrieben wurden und uns im Nachlaß 140 kleine Stücke für Gitarre allein, 28 Duos mit Violine, 4 Trios und 9 Quartette für Gitarre mit Streichinstrumenten erhalten sind.

Julius Kapp in seiner 1913 mit Benutzung des Nachlasses geschriebenen P.-Biographie (Schuster & Loeffler, Berlin - Leipzig 1913) begnügt sich mit einer summarischen Aufzählung der Werke und verliert kaum ein Wort über sein Gitarrenspiel. Ähnlich geschieht es bei Andreas Moser in dessen „Geschichte des Violinspiels", während W. J. v. Wasielewski („Die Violine und ihre Meister", Leipzig, Breitkopf & Härtel, 1904) sich zu folgendem Erguß versteigt: „Kaum aber hatte er mit günstigem Erfolg seine Virtuosenlaufbahn begonnen, so warf er das bisher mit aufopfernder Hingebung kultivierte Instrument plötzlich beiseite. War es eine natürliche Reaktion seiner maßlos übertriebenen Exerzitien, die ihn dazu trieb oder einer jener unvermittelten Sprünge, zu denen exzentrische Charaktere so leicht hinneigen. Wer mag es heute noch zu ergründen! Genug, Paganini bemächtigte sich der Gitarre, jenes prosaischen Instrumentes, das er mit ebenso großer Virtuosität gehandhabt haben soll wie die Violine, und trieb daneben auf dem Landsitz einer Dame, die seine Neigung fesselte, agronomische Studien. Mit diesem Zeitvertreib brachte er vier Jahre hin" usw. Diese und ähnliche Fehlurteile sind vielleicht dadurch zu erklären, daß P.s Biographen meistens Geiger waren, die mit der Gitarre nichts anzufangen wußten.

1) Alte Gitarrenmusik für Violine und Gitarre, herausgegeben von E. Schwarz-Reiflingen (enthält Scherzo mit Variationen), Magdeburg, Heinrichshofen; Leichte Spielmusik für Violine und Gitarre (E. Schwarz -Reif lingen), Leipzig, Anton J. Benjamin; , Die Gitarre", Jahrg. .IV, Nr. 10/11 (in beiden Sonaten aus op. 2 und 3).
2) Nach seinem Tode erschienen mit Begleitung der Gitarre 1851 bei Schoenberger, Paris: 60 Variationen über das Lied „Barucaba" und „Variation! di bravura sopra un tema originale". (Die Violinstimme des letzten Werkes erschien auch als Nr. 24 seiner „24 Capricen" op. 1.
3) F. J. Fetis: Notices biographiques sur N. P. Paris 1851.
4) J. Kapp: Paganini, 8. 152ff. Schuster & Loeffler. Berlin-Leipzig 1913.

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