Niccolò Paganini - Sergej Vassilenko, Violine - Ulrich Rasche, Gitarre
Niccolo Paganini
Die Musik
Sergej Vassilenko
Ulrich Rasche
Programm
Paganini in Ansbach
Pressestimmen
Pressematerial
 
Niccolò Paganini, Genua, Geige, italienischer Violinist und Komponist,
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						aus Rossinis »Tancredi«), V ariationen Il Carnevale di Venezia, Variationen durch alle Tonarten über das genuesische 
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						 Solokonzerte, Kammermusik, Orchesterkonzerte, Niccolò Paganini, Liedbegleitung, Koproduktionen eigener Musik, Bayerischer Rundfunk, 
						 Internationalen Gitarrenkonzerte Ansbach

Sergej Vassilenko und Ulrich Rasche erinnern an Episode in Paganinis Leben

"Teufelsgeiger" reiste wegen kluger Frau nach Ansbach
Heimliche Treffen im Hotel mit Helene von Dobeneck, geborene von Feuerbach

ANSBACH - „Großer Liebe wegen: Michael Jackson heimlich in Ansbach". Eine solche Schlagzeile wäre schon ein bisschen sensationell, wenn auch nicht ganz glaubwürdig, weil es ja mit der Heimlichkeit nicht weit her sein kann, wenn's in der Zeitung steht. Ein ähnlich umjubelter und verfolgter Kollege des Popstars hat es vor 175 Jahren geschickter angestellt: Nicolo Paganini ist in Herzensangelegenheiten nach Ansbach gereist. Und keiner hat es gemerkt. Es scheint sogar, dass es weitgehend so geblieben ist - zumindest in Ansbach.
Helene von Dobeneck, geborene Feuerbach
Traf Paganini heimlich in Ansbach: Helene von Dobeneck. Ihr Selbstbildnis befindet sich in Privatbesitz. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags aus: Johannes Mayer/Peter Tradowsky, „ Kaspar Hauser, Das Kind von Europa", Verlag Urachhaus.

     Biographen des italienischen Violinvirtuosen und Komponisten ist diese Stippvisite in Liebesfragen freilich schon früher aufgefallen. Die romanhafte Begebenheit passt schön ins Bild vom wild leidenschaftlichen Teufelsgeiger, der sein Publikum zum Rasenbrachte, dem die Frauenherzen allüberall nur zuflogen. Es muss tatsächlich so gewesen sein.
Paganini, ohne Instrument eher ein merkwürdiges Männchen, war durch sein irrwitzig brillantes und glühendes Geigenspiel zu einer öffentlichen Person geworden, um die sich die tollsten Gerüchte und Zeitungsartikel rankten. Er war ein Star schon im heutigen Sinne, „Megastar" wäre im aktuellen Jargon das passende Wort, „ein Gigant unter den Giganten", sagte Hector Berlioz seinerzeit über ihn.
   1828 war Paganini, damals bereits 46 Jahre alt, zu einer Europatournee aufgebrochen, die über sechs Jahre dauerte und keine halbwegs wichtige Stadt ausließ. Auch in Nürnberg gab er zwei Konzerte. Das kleine Ansbach stand nicht auf seinem offiziellen Reiseplan. Warum er dann an die Rezat kam, sich unter falschem Namen als ein Architekt des preußischen Königs ausgab und nach drei Tagen wieder abreiste? Der Grund: Helene von Dobeneck.
   Der Geiger Sergej Vassilenko und Ulrich Rasche, der Leiter der Internationalen Gitarrenkonzerte Ansbach, haben nun auf diese fast vergessene Episode aufmerksam gemacht, Belege dazu gesammelt, nach möglichen Spuren in Paganinis Werken gesucht und noch dazu, weil Paganini auch ein versierter Gitarrist war, ein beziehungsreiches Konzertprogramm entwickelt.
   Paganini erzählt in einem der vielen Briefe, die er seinem Freund und Vermögensverwalter, dem Genueser Rechtsanwalt Luigi Guglielmo Germi, geschrieben hat, von jener Frau, die ihn dazu gebracht hat, kurz von Baden-Baden nach Ansbach herüberzufahren.
   Paganini also am 30. August 1830: „Sie lässt sich von Musik und Gesang ziemlich hinreißen; sie kam aus Nürnberg, um mich zu hören, und sie bat den Ehemann, sie auch zum zweiten Konzert zu fahren. Nachdem sie mich gesehen und gesprochen hatte, hat sie sich so sehr in mich verliebt, dass sie keine Ruhe mehr fand und zugrunde ginge, wenn sie mich nicht besitzen könnte. Ich habe das Vergnügen,sie nun schon seit neun Monaten zu kennen. Sie hat eine hübsche Figur und eine sehr feine Erziehung. Ihre Briefe, von denen ich mehr als 24 besitze, sind druckreif und von einem Gefühl, das um ein Vielfaches das von Abälards Heloise übertrifft... Sollte ich diese junge Frau heiraten, hätte ich eine gute Ehefrau und Achille eine wundervolle Mutter..."

   So etwas schreibt man einem Freund nicht aus Höflichkeit und weil es sonst nichts zu erzählen gibt. Achille, Paganinis einziges Kind, stammte aus der gescheiterten Beziehung mit der Sängerin Antonia Bianchi und war damals erst vier Jahre alt. Paganini überlegte offenbar ernsthaft eine Familie zu gründen. „Die bezaubernde Dame von 20 Jahren", die ein heimliches Treffen erfleht hatte, mag ihn schon deswegen interessieren. Das Problem dabei: Sie ist bereits verheiratet, seit drei Jahren.
   Paganini an Germi: „Die Gefühle dieser Frau trafen mich so tief, dass ich sie achten und lieben musste. Sie überzeugte ihren Vater, der Scheidung zuzustimmen, in der Hoffnung meine Braut zu werden, und erklärte, auf alle meine Reichtümer zu verzichten und nichts außer meine Hand zu wollen. Was sagst Du zu all dem?"
   Nun war Helene von Dobeneck nicht irgendeine höhere Tochter. Paganini wusste es ziemlich genau. „Sie ist die Tochter des berühmten, sogar allerbe-rühmtesten Rechtsgelehrten in Deutschland, Herrn von Feuerbach, Ritter mehrerer Orden, persönlicher Berater des Königs von Bayern und Präsident der Stadt Ansbach" - Letzteres ist ein wenig ungenau: Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach war Präsident des Ansbacher Appellationsgerichts, hierzulande ist er über Juristenkreise hinaus bekannt, weil er sich um den Fall Kaspar Hauser gekümmert und die These von dessen adliger Abstammung verfochten hat.

 
Der legendäre Geigenstar Nicolo Paganini
Der legendäre Geigenstar Nicolo Paganini reiste vor 175 Jahren unter falschem Namen nach Ansbach: der Liebe wegen. Die zeitgenössische Zeichnung stammt von Franz Xaver Winterhalter.
Der Geiger Sergej Vassilenko und Ulrich Rasche, Gitarrist und Leiter der Internationalen Gitarrenkonzerte in Ansbach   Der Geiger Sergej Vassilenko und Ulrich Rasche, Gitarrist und Leiter der Internationalen Gitarrenkonzerte in Ansbach, suchten in Paganinis Werk nach Spuren, die auf seine Beziehung zu Helene von Dobeneck verweisen.
Foto: Albright

   Kaspar Hauser übrigens hat Rebekka Magdalena, genannt Helene, von Feuerbach, dann auch seinen nachweislich ersten Brief geschrieben und ihr eigene Aquarelle geschenkt. Sie lebte damals, wie Hauser, in Nürnberg, unglücklich mit dem Kreis- und Stadtgerichtsrat Ludwig von Dobeneck verheiratet. Nachdem sie Paganini gehört hatte, wusste sie, dass diese Ehe zu Ende war.
   Was in den drei Tagen, die der angebetete Geigenstar unerkannt in einem Ansbacher Hotel verbracht hat, geschehen ist, lässt sich nur ahnen. Helene von Dobeneck besuchte ihn dort. Paganini kam schwer ins Grübeln, reiste wieder ab, schrieb an den Freund und bat um Rat. Im November desselben Jahres wurde sie dann geschieden, aber Paganini beantwortete ihre Briefe nicht mehr. Vielleicht weil ihr Vater zu berühmt und wichtig war, vielleicht, weil sie nicht katholisch, sondern evangelisch war. Vielleicht, vermutet Sergej Vassilenko, weil Paganini nicht noch einmal in die „Frauen-Falle" geraten wollte, weil er Angst hatte, sein ungebundenes Leben aufgeben zu müssen, und weil letztlich doch seine Violine die wahre Geliebte war.
   Helene von Feuerbach durchlitt nach der Affäre und Scheidung eine schwere psychische Krise, war im Jahr darauf Gesellschafterin in Paris, trat dann zum katholischen Glauben über, ging für einige Zeit in ein Kloster, reiste in Europa herum, veröffentlichte 1843 ein Buch mit Reiseschilderungen, Kompositionen und Gedichten, lebte lange in Rom und starb 1891 verarmt und vereinsamt in Ttevisio; Paganini, die flammende Liebe ihrer Jugend, hat sie 51 Jahre überlebt. Kein Happy End.
Thomas Wirth
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